Ratgeber

Was ist DBT?

Dialektisch-Behaviorale Therapie und ihre traumafokussierte Weiterentwicklung (TF-DBT) im Überblick.

DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) gehört zur sogenannten „dritten Welle" der Verhaltenstherapie und wurde ursprünglich für Menschen mit ausgeprägten Schwierigkeiten in der Emotionsregulation entwickelt. Dieser Artikel erklärt die Grundidee der DBT sowie ihre Weiterentwicklung, die Traumafokussierte DBT (TF-DBT).

Entstehung und Grundidee

DBT wurde in den 1980er Jahren von der US-amerikanischen Psychologin Marsha Linehan entwickelt, ursprünglich zur Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Der Name „dialektisch" verweist auf die Grundhaltung: Zwei scheinbare Gegensätze müssen sich nicht ausschließen, sondern können miteinander verbunden werden, beispielsweise die radikale Akzeptanz des aktuellen Zustands und die gleichzeitige, aktive Arbeit an Veränderung.

Die vier Fertigkeiten-Module (Skills)

  • Achtsamkeit: Grundlage der anderen Module: das eigene Erleben wahrnehmen, ohne es sofort zu bewerten oder impulsiv darauf zu reagieren.
  • Stresstoleranz: Umgang mit akuten Krisen und starken Belastungen, ohne dass sich die Situation dadurch zusätzlich verschlimmert.
  • Emotionsregulation: Gefühle erkennen, benennen und regulieren lernen, statt von ihnen überflutet zu werden.
  • Zwischenmenschliche Fertigkeiten: eigene Bedürfnisse und Grenzen in Beziehungen klar und wirksam vertreten.

Wie läuft DBT ab?

Im klassischen ambulanten DBT-Programm besteht die Behandlung aus Einzeltherapie und einem begleitenden Skills-Training, meist in Gruppen. In einer Einzelpraxis werden die Skills in der Regel direkt in die Einzelsitzungen integriert: Auf Grundlage der aktuellen Situation wird gemeinsam erarbeitet, welche Fertigkeiten hilfreich sind und wie sie sich im Alltag umsetzen lassen.

Traumafokussierte DBT (TF-DBT)

TF-DBT ist eine neuere Weiterentwicklung der klassischen DBT, die gezielt Elemente zur Verarbeitung traumatischer Erfahrungen integriert. Sie wurde entwickelt, weil viele Menschen mit ausgeprägten Schwierigkeiten in der Emotionsregulation zugleich traumatische Erfahrungen oder wiederholte traumatische Invalidierung gemacht haben (also das Gefühl, mit dem eigenen Erleben nicht ernst genommen zu werden), die in der klassischen DBT nicht immer ausreichend bearbeitet werden. TF-DBT verbindet die Stabilisierung durch die DBT-Skills mit einer strukturierten Traumaverarbeitung, sodass diese auf einer soliden Basis von Emotionsregulation und Stresstoleranz aufbaut. Zudem werden in der TF-DBT buddhistische Prinzipien, die bereits Teil der klassischen DBT sind, noch stärker betont.

Für wen eignen sich DBT und TF-DBT?

DBT wird vor allem bei ausgeprägten Schwierigkeiten der Emotionsregulation eingesetzt, etwa bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung, ist inzwischen aber auch für weitere Themen untersucht, unter anderem bei ADHS im Erwachsenenalter, wo Emotionsregulation häufig zusätzlich erschwert ist, sowie bei Depressionen und allgemeinen Schwierigkeiten der Impulskontrolle. TF-DBT kommt insbesondere dann infrage, wenn zusätzlich traumatische Erfahrungen oder Bindungstraumatisierungen eine Rolle spielen. Ob DBT beziehungsweise TF-DBT im Einzelfall passt, wird gemeinsam im Rahmen der psychotherapeutischen Sprechstunde geklärt.

Mehr zu meiner Arbeitsweise und den Verfahren, die ich einsetze, finden Sie auf der Seite Wie ich arbeite. Bei Fragen können Sie gerne Kontakt aufnehmen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle psychotherapeutische oder ärztliche Beratung.

← Zurück zum Ratgeber